Judo und Selbstverteidigung:

Judo kennt man heutzutage fast nur als Wettkampfsport, bzw. als Breitensport, wo versucht wird mit sportlich sauberen Regeln den Partner zu besiegen, aber den Partner dabei nicht zu verletzen.
Neben diesem sportlichen Charakter hat Judo aber auch einen Selbstverteidigungscharakter, der oft im Training vernachlässigt wird. Während man im sportlichen von einem „Partner“ redet, wird im Kampf von einem „Gegner“ geredet, den es gilt zu besiegen.
Das Bedürfnis nach Selbstschutz wird immer größer, so dass das Judo seine Wurzeln zunehmend wieder entdeckt und auch zur Selbstverteidigung gelehrt wird.
Wir erinnern uns; das Judo entwickelte sich aus den Kampfkünsten der alten Samurai heraus und diente wie jede Kampfsportart letztlich dazu, den Gegner kampfunfähig zu machen. Viele Sicherheitskräfte haben in ihrer Nahkampfausbildung neben anderen Kampfsportarten auch Techniken aus dem Judo.

Wir wollen hier genau diesen Charakter aufgreifen und in einem Kurs Ihnen ein paar grundlegende Dinge zum Thema Selbstbehauptung und Selbstverteidigung näher bringen, so dass Sie sich, auch ohne eine Kampfsportart auszuüben, verteidigen können. Die Inhalte wollen wir im Folgenden kurz erläutern:

Selbstbehauptung & Selbstverteidigung

Selbstbehauptung äußert sich im persönlichen Auftreten gegenüber unserer Umwelt. Allein mit unserer Körpersprache, also dem non verbalen, geben wir unserem Gegenüber schon ein Bild unserer Persönlichkeit.
Werden wir angesprochen und geraten in einen Konflikt, ist die Art und Weise unseres Auftretens auf non verbaler und verbaler Ebene entscheidend.

Inhaltsformen im Training:
- Rollenspiele, Konfliktsituationen nachspielen
- Bewusstmachung von typischem Rollenverhalten mit dem Ziel der Verhaltensreflexion und gegebenenfalls -veränderung
- Ungute Gefühle ernst nehmen und sofort handeln
- Selbstwert der eigenen Persönlichkeit thematisieren und stärken
- individuelle Kommunikationsmöglichkeiten erproben und fördern
- Kennen lernen der eigenen Stärken
- Selbstbewusstsein stärken - bewusst entscheiden
- Wissen um Zusammenhänge von Eskalationsprozessen und um die eigenen Handlungsalternativen

Selbstverteidigung (verbal und körperlich)
Selbstverteidigung bedeutet sich sowohl verbal zu verteidigen, als auch als letzte Möglichkeit sich körperlich gegen den anderen zur Wehr zu setzen.
Hierbei ist die oberste Maxime, unverletzt aus der Situation herauszukommen. Hierzu muss die Gefahr richtig eingeschätzt werden können und wir müssen Mittel und Techniken haben, um uns aus der Situation „retten“ zu können.
Selbstverteidigen kann sich jede Person. Man benötigt dazu weder besondere bzw. keine Vorkenntnisse in einer Kampfsportart, noch muss man besonders sportlich sein.

Inhaltsformen im Training:
- Kommunikation in der Selbstverteidigung
- Technische Grundlagen (Schlag- und Tritttechniken, sowie Hebel- und Wurftechniken
- Taktische Grundlagen
- Rollenspiele

Durch eine heterogene Gruppe wird gewährleistet, dass man an verschiedenen Partnern üben und so den Erfolg der Techniken testen kann.
Durch die Rollenspiele und häufige Partnerwechsel wird gewährleistet, dass jeder die Techniken und Verhaltensweisen so stark verinnerlicht, dass sie zunehmend zu einem Reflex werden und man ein Gespür für eine Konfliktsituation entwickelt.
Neben einfachen und effektiven Techniken aus dem Judo werden auch Tritt- und Schlagtechniken vermittelt.

Zielgruppe:
Jugendliche und Erwachsene ab 16 Jahren, männlich als auch weiblich, ohne Vorkenntnisse in einer Kampfsportart, (es können selbstverständlich auch Kampfsportler teilnehmen, es gibt immer wieder was zu erlernen)
Teilnehmerzahl: max. 16 Leute
Umfang: 10 x 90 min
Beginn: Ab Herbst 2008 (Dienstags, 19.30-21.00 Uhr)

Trainer:
Tim Tempelfeld (1. Kyu Judo, Trainer) und Simon Kelemen (1. Dan Judo, Trainer). Beide Trainer haben neben einer Ausbildung und langjähriger Erfahrung als Judotrainer eine Qualifikation zum Selbstverteidigungstrainer.